Zu einem der großen Highlights unserer Ruandareise und einer der Hauptgründe für unseren Besuch in diesem spannenden Land, zählt unsere Begegnung mit dem Chor „LE SENEVE CHOIR“, in Landessprache: „La Sénevé Choir“ („Senfkorn“) . Mit seinen ungefähr 35 jungen Mitgliedern  gehört er zu einem der bekanntesten der zahlreichen Chöre in Ruanda. Schon ein paar Monate vor unserer Reise wurden wir zu diesem Treffen eingeladen und hatten freudig zugesagt.

Am 18.08. war es nun soweit, das Treffen sollte nun endlich stattfinden und so wurden wir von unseren Bussen zur presbyterianischen, festlich geschmückten Kirche „Kiyouvu Parish“ in Gikondo gebracht.

Die Spannung war sehr groß, als wir dort pünktlich um 9 Uhr auf unseren Plätzen saßen. Ein wenig enttäuscht waren wir schon, als die meisten der weißen Plastikstühle im Raum noch leer standen, es erinnerte  ein wenig an die leeren Kirchen bei uns. Buben und Mädchen eines Kinderchors, alle blau gekleidet, saßen allerdings ebenso erwartungsvoll auf ihren Plätzen und beobachteten uns neugierig.

Dann gab’s den Soundcheck und langsam füllte sich die Kirche mit den Besuchern. Alle waren festlich gekleidet, viele Männer in schwarzem Anzug, die Frauen in farbenprächtigen langen Kleidern. Neben uns gab es noch ein paar weitere hellhäutige Menschen im Raum, Angehörige der deutschen Botschaft, wie sich herausstellte.

Um 10 Uhr, der wohl eigentliche Start der Veranstaltung nach afrikanischem Zeitempfinden („TIA -This is Africa“), waren alle Sitzgelegenheit besetzt und eine freudig fröhliche, aber auch sehr andächtige Stimmung war zu spüren.

Nach der Willkommenspredigt sang der Kinderchor in seinen royalblauen Gewändern. Nicht nur mit ihren Stimmen, sondern auch mit ihrer intuitiven Art sich zur Musik zu bewegen, begeisterten uns sehr. Ein Erwachsenenchor folgte und erfüllte den Kirchenraum unter anderem mit einem wunderbaren „Worship“-Lied.  Gefangen von diesen Klängen tanzten wir mit vielen anderen gemeinsam vor dem Altar und durften dabei wieder diesen unglaublichen Spirit Ruanda’s spüren.

Nach Ende dieser Tanzeinlage betrat nun endlich der von uns gespannt erwartete Chor, der „Le Seneve Choir“, den Altarraum. Wir waren wie verzaubert von ihren bunt gemusterten Sakkos, den langen Gewändern und den tollen Stimmen. Aufgeregt und voller Enthusiasmus folgten wir nach ihrer Darbietung der Aufforderung, uns bei ihnen einzureihen, um zusammen das Lied „What a Friend we have in Jesus“, in der Landessprache Kinyarwanda zu singen.  Dieses hatten wir am Kivu-See bereits einstudiert und so kämpften wir uns tapfer durch diese schon sehr fremdklingende Sprache, „Ni tugir‘ ibyago byinshi….“. Das gemeinsame Singen gehörte zu den großen Highlights unserer Reise durch Ruanda – es wird uns noch sehr lange in Erinnerung bleiben.

Nach dem anschließenden Gottesdienst befanden sich nur noch unser Chor und der Le Seneve Choir im Raum, das eigentliche „Meet and Great“ mit dem Vorstand, der Gründerin und den Mitgliedern des Le Seneve Choir begann. Wir saßen gemischt in einem Stuhlkreis und es gab einen regen Austausch zwischen den Chormitgliedern der beiden Chöre.  Anne, die Leiterin des ruandischen Chores, stellte die Entwicklung ihres Chores anhand einer Präsentation vor und übergab unserem musikalischen Leiter Bastian Pusch ein Gastgeschenk: Eine wunderschöne Schnitzerei mit der Inschrift „GOD BLESS YOU“.  Bastian stellte auch unseren Chor vor und sprach dabei eine Einladung aus, dass wir uns sehr über einen Gegenbesuch des Le Seneve Choir in München freuen würden. Anne erhielt ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift „Gospelchor St. Lukas“ und unsere aktuelle CD, sowie eine Urkunde. Mit Cola und Limo wurde dann auf unsere neu gegründete ruandisch-deutsche Partnerschaft angestossen und sich lebhaft und fröhlich unterhalten.

Nach innigen Umarmungen und dem Austausch einiger Handynummern, wurden noch Erinnerungsfotos geschossen:

 

Letzendlich fuhren wir mit dem Gefühl, nicht nur einen Partnerchor, sondern Freunde in Ruanda gefunden zu haben. Wir sind nun alle sehr gespannt, wann wir den wunderbaren Le Seneve Choir zu einem Gegenbesuch bei uns begrüßen dürfen…..es bleibt weiter spannend 😊